Hin zu deinem
Licht

Sich formen lassen

Als kleiner Junge verbrachte ich die Zeit vor Weihnachten fast immer bei meiner Oma. Sie backte meine Lieblingsplätzchen und ich saß am Tisch und sah ihr dabei zu. Während sie den Teig vorbereitete, summte sie leise ein Weihnachtslied vor sich hin. Als der Teig fertig in der Schüssel angerührt war, verstummte ihr Summen und ohne aufzublicken sagte sie zu mir: „Weißt du, mit dem lieben Gott ist es wie mit dem Plätzchenbacken.“ Ich verstand nicht, was sie meinte, und sah sie nur fragend an.

Sie nahm eine Handvoll Teig aus der Schüssel, knetete ihn in ihren Händen und sagte: „Der liebe Gott hat dich gemacht. Wenn er dich in der Hand halten darf“, sie streute etwas Schokoladenraspeln darüber, „und wenn du dich mit ihm verbinden lässt …“ Jetzt nahm sie den Teig, legte ihn auf den Tisch und walkte ihn ordentlich durch. Dabei fuhr sie fort: „Wenn du auch bereit bist, dich richtig von ihm bearbeiten zu lassen …“ Sie schöpfte etwas Teig auf einen Löffel, formte ihn zu einem runden Keks und sagte: „Wenn du dich also von ihm formen lässt …“ und jetzt hielt sie mir den fertigen Keks hin, er sah schön und lecker aus, „ …dann macht er aus deinem Leben etwas ganz Besonderes.“

Nach Stefan Gemmel

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Augenfreundliche Reihe 147

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